Brandanschläge - Alternative Hilfe e.V.

In Berlin – Politisch motivierte Anschläge und Versicherungsbetrug:

Immer wieder Autos angezündet

Donnerstag, 05.05.2016   focus.de

Quelle: dpa – BMW total ausgebrannt

Die Brandanschläge auf Autos in der Hauptstadt reißen nicht ab. Bis Anfang Mai registrierte die Berliner Polizei in diesem Jahr 91 Fälle, bei denen teilweise gleich mehrere Fahrzeuge in Flammen aufgingen oder beschädigt wurden. 20 dieser Anschläge seien vermutlich politisch motiviert gewesen, teilte Polizeisprecher Thomas Neuendorf mit. Im vergangenen Jahr waren die Brandanschläge mit 179 Fällen auf einen Tiefstand der letzten zehn Jahre zurückgegangen.

Ein Teil der Täter wird in der linksextremen Szene Berlins vermutet. Seit Anfang des Jahres seien der Polizei sechs Bekennerschreiben bekannt geworden. Darin wird laut Angaben beispielsweise zum Widerstand gegen „staatliche Repression“ aufgerufen. Bei den politisch motivierten Brandstiftungen übernimmt der polizeiliche Staatsschutz die Ermittlungen. 2015 bekam die Polizei ein Bekennerschreiben.

Persönliche Racheakte und Versicherungsbetrug

Die meisten Autos wurden aber aus anderen Gründen angezündet, es ging etwa um persönliche Racheakte, Versicherungsbetrug oder die Verschleierung anderer Delikte. Einen Höchststand gab es 2011 mit 403 erfassten Fällen von Brandanschlägen auf Fahrzeuge.

Insgesamt zählte die Polizei in diesem Jahr bislang 101 direkt angegriffene Fahrzeuge – davon 30 mit vermutlich politischem Hintergrund. 38 weitere Wagen wurden beschädigt. Neben hochwertigen Autosseien Firmenwagen im Visier der Brandstifter, so von der Deutschen Bahn, Ordnungsämtern oder Wachschutz-Unternehmen. Die meisten Fälle gebe es in Friedrichshain-Kreuzberg.

Bis es brennt sind die Täter weg

„Fast immer kommen die Täter nachts“, sagte Sprecher Neuendorf. Mit Grillanzündern, die auf Reifen gelegt werden, entwickele sich ein Feuer nicht sofort. Bis es brennt, seien die Täter längst weg.

Doch nun konnte die Polizei einen Erfolg vermelden. Am Montag wurde ein mutmaßlicher Autobrandstifter festgenommen. Der 25-Jährige sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Polizisten in Zivil hatten den Verdächtigen beobachtet, als er am Abend des 1. Mai in der Heinrich-Heine-Straße versuchte, ein Auto in Brand zu setzen.

Von den Brandanschlägen auf Autos im Jahr 2015 hatten vermutlich 38 Fälle einen politischen Hintergrund, 141 Fälle hatten einen anderen Hintergrund. Insgesamt wurden 186 Fahrzeuge direkt angegriffen, weitere 95 beschädigt.

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